1:1 Coachings schaffen einen klaren Blick zum Ziel und auf die eigene Situation. Dabei kann der Kontext ganz unterschiedlich sein.
Was allen gemeinsam ist: der Coachee definiert das Ziel, der Coach begleitet und steuert den Prozess dahn, ohne den Weg vorzugeben. Die Lösung wird v.a. durch Fragen und Reflexion aus dem Coachee heraus entwickelt, von innen heraus und Stärken basiert. Was dann passiert und mit welchen Methoden wir arbeiten, dazu mehr in den folgenden Beispielen.
Thema 1: „Ich will den nächsten Karriereschritt machen!„
In dem Fall handelt es es sich um eine Expert:in im Bereich Nachhaltigkeitsmanagement, die sich Unterstützung wünschte in Vorbereitung auf ihr Jahresgespräch mit dem klaren Ziel: ich will den nächsten Karriereschritt machen und ich will entsprechend mehr Geld. Wir haben nach dem Erstgespräch vier Sessions umgesetzt.
Session 1: Zielklärung
Was zunächst einfach klingt, war für die betreffende Person eine große Hürde. Wir haben zunächst das Ziel definiert und den Auftrag spezifiziert und dies mit einem Ziel für die Coachee unterlegt: „Ich will bis TT.MM.JJ, die Position X und ein Gehalt in Höhe X €.“ Wir haben dann auch klar definiert, was die Folge wäre, wenn das Ziel nicht erreicht würde und ob es Minimalziele gebe. Hier war die Coachee erstmals für sich klar in der Wichtigkeit: „Wenn das Ziel nicht erreicht wird, dann wechsle ich den Arbeitgeber.“
Session 2: Treiber & Barrieren
In der Folge-Session haben wir definiert, welche Treiber und welche Barrieren dem Ziel gegenüberstehen. Es stellte sich dabei in der Visualisierung und Gegenüberstellung für die Coachee schnell heraus, dass die Treiber die Barrieren überwiegen und es sich eher um mentale Blockaden als um echte Barrieren handelt.
Session 3: Konkrete Handlungsvorbereitung
In der dritten Session haben wir das Jahresgespräch mit dem Vorgesetzten geplant und inhaltlich vorbereitet. Einerseits die klare Zielformulierung mit konkreten Text-Bausteinen, andererseits mögliche Einwände. Der Fokus lag auf sachlichen Botschaften und einer überzeugenden Argumentation, die nicht wie eine Bitte, sondern eine Verhandlung daherkam. Daraufhin fand das Gespräch statt mit der Folge, dass sowohl die Beförderung als auch die Gehaltserhöhung akzeptiert wurde.
Session 4: Reflexion und Self-Care
In der letzten Session haben wir den Status Quo der veränderten Rahmenbedingungen reflektiert. Es ging v.a. darum, die eigenen Ressourcen zu überprüfen, da die Coachee besorgt war, dass mit der größeren Verantwortung und der familiären Situation ein Spannungsfeld der Überforderung entstehen könnte. Gemeinsam haben wir Bereiche und Themen identifiziert, die Me-Time möglich machen und Räume im Alltag schaffen, die ausgleichend wirken.
Das Stimmungsbild der Coachee zum Abschluss:
„Du siehst mich. Obwohl wir uns nie persönlich begegnet sind, hast Du Muster erkannt, die ich selbst nicht gesehen habe und die mir geholfen haben, andere Perspektiven einzunehmen.“
Thema 2: „Wie finde ich den Arbeitsplatz, der wirklich zu mir passt?„
Bei diesem Coaching ging es darum, eigene Muster zu durchbrechen und zu verstehen, warum man immer wieder in die Falle läuft. In dem Fall: zum falschen Arbeitgeber. Einem, der nicht zu einem passt. Diese Frage haben wir in vier Sessions beantwortet.
Session 1: Auftragsklärung
„Ich möchte endlich ankommen.“ Diesen Satz hört man oft, in diesem Fall war es aber ein Gefühl, das sich immer wieder wiederholte und von Orientierungslosigkeit geprägt war. Das Ziel der Coachee: den passenden Platz zu finden, der fachlich und menschlich passt und motiviert. Dabei ging es weniger um ein „weg von“ als um ein „hin zu“. Um das zu beantworten, sollte im Coaching der Blick geöffnet werden für eigene Verhaltensmuster und Prägungen, die immer wieder in die vermeintlich falsche Richtung laufen lässt.
Session 2: Muster in Lebenslinien erkennen
Die Coachee kam vorbereitend die Aufgabe, das eigene Leben als Lebenslinie aufzumalen und besondere High- und Lowlights, die prägend waren, zu kennzeichnen. Die Methode dient der Reflexion und dem Bewusstmachen von Einflussfaktoren auf Emotionen und Motivation: wohin zieht es oder wovon weg? Die Linie der Coachee war ein schier unendliches Auf und Ab in immer kürzeren Frequenzen. Arbeitsplätze wurden immer hoch motiviert angegangen und nach 6 – 12 Monaten lustlos wieder verlassen. Wir reflektierten die Anfangserwartungen und glichen das mit dem realen Erleben ab. Es wurde deutlich, dass viele Entscheidungen eher spontan getroffen wurden und ohne Abgleich mit dem, was gewünscht ist. Das Motto war „Hauptsache anders, Hauptsache neu.“
Session 3: Prägungen und mentale Glaubenssätze identifizieren
In der dritten Session haben wir die Highlights der Lebenslinie fokussiert und gemeinsam reflektiert: warum war dies ein Highlight? Es zeigte sich, auch im Abgleich mit privaten und familiären Prägungen, ass die Highlights im Leben v.a. damit verbunden waren, intellektuell gefordert zu werden und Neuland zu entdecken. Die Auswahl der bisherigen Arbeitgeber und Jobs – v.a. Behörden oder administrative Tätigkeiten – gaben dafür aber überhaupt keinen Raum. In der Session haben wir gemeinsam definiert, welcher Arbeitskontext geeignet ist, um ein Highlight-Förderliches Umfeld zu schaffen: eher Projektarbeit, Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen u.ä. Es wurde ein stärken- und interessenbasiertes Anforderungsprofil definiert, das als Filter bei der Selektion künftiger Arbeitgeber dienen sollte.
Session 4: Kopf über Bauch?
In Session vier war die Coachee mit Auswahl- und Bewerbungsprozessen für eine nach o.g. Kriterien entsprechende Position beschäftigt. Wir nutzten diese Session daher, um auf ein Neben-Thema zu blicken, nämlich der Frage: wo findet der emotionale Ausgleich und das Gefühl von „Ankommen“ sonst noch statt.
Es zeigte sich, dass auch die Freizeit geprägt war von kognitiven Challenges: Weiterbildungen, Lehrtätigkeiten, Zertifikaten etc. Der Eindruck: es gibt auch hier kein Ankommen bzw. eine Sorge vor dem Ankommen. Auf die Frage „Wann hattest Du zuletzt ein Gefühl des Ankommens in Deinem Leben?“, war die Antwort „noch nie„.
Wir haben daher zunächst definiert, woran die Coachee das Gefühl erkennen würde und wo im Körper es spürbar ist. Es war offensichtlich, dass es eher im Bauch stattfindet als im Kopf. Gemeinsam wurden Aktivitäten identifiziert, die dieses Gefühl herstellen könnten, um einn Ausgleich zum Kopf zu schaffen und das „Ankommen-Gefühl“ zu fördern: Lesen, Wandern, Impro-Theater. Diese Aktivitäten wurden fest im Kalender eingeplant.
Fazit: Mehr Ankommen = mehr Wohlbefinden
Die Coachee hat für sich selbst ein Navigationssystem kreiert, um das Gefühl des Ankommens herzustellen. Sie weiß, was ihr dabei hilft und welche Werkzeuge ihr dafür zu Verfügung stehen: privat wie beruflich. Durch klar definierte Kriterien erkennt sie, welche Umfelder zu ihr passen. So kann sie sich immer dahin bewegen, was ihr nachhaltig gut tut.
Ein gutes Werkzeug, das auch in Coaching Sessions angewendet werden kann: LEGO® SERIOUS PLAY®. Mehr zum Einsatz hier.


